Neustart Kino im Sprengel

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Liebe Freundinnen, Freunde, Kinogäste!

Auch das Kino im Sprengel kann sein im März zwangsweise unterbrochenes Programm nur mit erheblichen Einschränkungen wieder aufnehmen. Ein früherer Programmstart schien uns nicht sinnvoll, doch nun ist es soweit.

Neustart Kino im Sprengel

Unsere letzte Veranstaltung war am 19.03., die erste Veranstaltung nach der langen "Corona bedingten Pause" findet am FR 04.09.2020, 20:30 mit dem damals ausgefallenen Film "Sorry we miss you" von Ken Loach statt.

Start im September

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Liebe Freundinnen, Freunde, Kinogäste!

Auch das Kino im Sprengel kann nur unter erheblichen Einschränkungen sein Mitte März zwangsweise unterbrochenes Programm wieder aufnehmen. Ein früherer Programmstart schien uns wegen der Verunsicherung sowohl unsererseits als auch seitens der Kinobesucherinnen nicht sinnvoll. Doch nun ist es soweit. Trotz Abstands- und Hygieneregeln und reduzierter Besucherinnenzahl sollen Begegnung und Gespräch, Präsentationen und Filmgespräche mit Gästen, die Bestandteil unserer Kinopraxis sind, wieder möglich sein. Welche Änderungen es gibt, und wie die „Verhaltensregeln“ im Einzelnen aussehen werden, wird im Kino sinnfällig erklärt werden und kann auf unserer Webseite unter http://kino-im-sprengel.de/corona.php nachgelesen werden. Darüber hinaus empfehlen wir den gelegentlichen Blick auf unsere Homepage wegen aktueller Entwicklungen oder Programmänderungen. 
Wegen des einzuhaltenden Sicherheitsabstandes ist unser Angebot an Sitzplätzen begrenzt. Wir möchten euch deshalb die Vorab-Reservierung von Karten über unsere Homepage dringend ans Herz legen. Einfach auf der Veranstaltungsübersicht auf das "Vorbestellungs-Icon"enter image description here klicken. Damit vermeidet ihr, dass ihr abends vor einem ausverkauften Haus steht. Wir wünschen uns, dass ihr euch mit dieser hoffentlich provisorischen Situation anfreunden könnt und dass ihr das wieder vielversprechende Programm, das für Herbst und Winter geplant ist, annehmt. Toi, toi, toi...

Eure Kinogruppe

Totale Blockade

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Liebe Freund*innen des Kino im Sprengel,

statt eines Mai-Programms können wir auch diesen Monat wieder nur ein paar Zeilen geschriebenen Text anbieten.

Unsere bereits geplanten Filmveranstaltungen werden von einer langsam vorwärtsfahrenden Corona-Raupe weitergeschoben und türmen sich auf der Schaufel. Einiges kommt dabei wohl auch unter die Ketten, neue Ideen mischen sich darunter. Und irgendwann muss aus dem Haufen wieder ein Programm entstehen. Noch wissen wir nicht, wie und wann.

Das Stadtmagazin STADTKIND, das derzeit auch nichts an Veranstaltungen anzukündigen hat, bot uns – wie allen anderen Hannoverschen Kulturveranstaltern – die schöne Gelegenheit, für die jetzige Mai-Ausgabe einen Beitrag anderer Art zu liefern, nämlich etwas über uns zu schreiben, etwa auch darüber, wie wir mit der derzeitigen Situation umgehen und klarkommen.

Franz hat sich dankenswerterweise dieser Aufgabe angenommen, und – unter zunehmenden Qualen und dem Druck des nahenden Redaktionsschlusses – etwas zu verfassen versucht. Es wurde daraus schließlich eine Kapitulationserklärung, gerichtet an uns, seine Mitstreiter*innen.

Da sein Brief durchaus einige Problematiken unseres langjährigen Kinomachens betrifft, haben wir ihn dem STADTKIND zum Abdruck übergeben und erlauben uns, ihn auch an dieser Stelle zu veröffentlichen:


"Im Kino gewesen. Geweint." (Kafka)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich hatte mich bereit erklärt, für das Mai-Programm des Stadtkinds (die Corona-Ausgabe) einen Text zum Kino im Sprengel zu verfassen. Seit zwei Wochen quäle ich mich mental damit herum und nichts will gelingen. Totale Schreibblockade. Ich spüre offenbar noch immer die Nachwirkungen der Auseinandersetzungen des letzten Jahres im Plenum, weil ich gedanklich immer wieder darauf zurückkomme.

Vielleicht kommt die Corona-Krise wie gerufen, um Abstand zu gewinnen. Unterbrechung aller Routinen und Abläufe, keine Notwendigkeit, den Laden am Laufen zu halten. Keine Auseinandersetzungen unter Zeitdruck und dem Diktat, jeden Monat ein neues Programm auf die Beine zu stellen und die jeweils aktuellen Veranstaltungen zu wuppen. Endlich Zeit für Reflexion. Vielleicht hatten die Kolleg*innen, die sich unlängst aus der Kinogruppe verabschiedet haben, doch Recht, dass wir uns einmal in Klausur begeben sollten, um unser Tun, unsere Routinen infrage zu stellen. Nicht zu dem intendierten Zweck, uns einzunorden und auf den politisch korrekten Kurs einzuschwören, sondern um grundlegend gemeinsam über den Sinn unserer Kinoarbeit und die dafür verwendeten Mittel nachzudenken.

Durch die Corona-Krise sind vor allem Einrichtungen betroffen, in denen sich viele Menschen auf engem Raum versammeln, in Theatern, bei Konzerten und in den Kinos. Wir können davon ausgehen, dass die erzwungene Schließzeit für uns noch länger andauern wird. Durch die städtische Förderung sind wir, im Gegensatz zu vielen prekär Schaffenden im Film-, Kunst- und Kulturbereich in einer privilegierten Position. Wir sollten sie nutzen. Es besteht keine Notwendigkeit zu schnellem Agieren, zum am Ball bleiben, zur ständigen Aktualisierung.

Werden wir nach Corona ein Publikum zurückgewinnen, das sich an die heimische Filmtapete, den Laptop-Bildschirm oder gar das Display des Smartphones gewöhnt hat? Wollen wir weiter mitspielen, mit dem ständigen Zwang zur Aktualität, zum Neuen, zum Event, mit dem Generieren von Klicks auf Facebook?

Ich glaube eher, dass wir das Gemeinschaftserlebnis Kino vermissen, das ansteckende Lachen bei lustigen Filmen, die anregende oder auch ärgerliche Diskussion nach dem Film in der Runde vor der Leinwand oder am Tresen.

Von daher begrüße ich die Corona-Krise, so schlimm sie auch ist, und so schlimm sie in ihren Auswirkungen noch werden wird. Wir haben Zeit gewonnen, für eine Atempause, bevor das ganze Getriebe wieder losgeht. Wie auch immer ...

Sorry, Franz

Heute Abstand, damals Gedränge

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Rückblick auf die Nordstadt Filmtage (1988 – 1999)

„Kleiner Aufwand, große Wirkung“ kann man nur bedingt sagen, denn der Aufwand war doch recht groß. Ab den 5. Nordstadt Filmtagen (1993) war ich selbst an der Organisation beteiligt. Die Filmtage fanden da bereits nicht mehr jährlich, sondern nur noch alle zwei Jahre statt. Da wurden sie von vielen schon schmerzlich vermisst in der langen Zwischenzeit. Aber der Aufwand war einfach zu groß. Tatsächlich hatte eine Kerngruppe ein ganzes Jahr damit zu tun. Und nebenher sollte auch das inzwischen ‚neu gebaute‘ Kino im Sprengel noch laufen.

Nordstadt_Filmtage_1995?_Flur

Aber groß war die Wirkung tatsächlich, das Stadtteilzentrum Nordstadt platzte fast aus den Nähten. Es macht Spaß, auf den Fotos die prall gefüllten Flure und Treppenhäuser der ‚Bürgerschule’ zu sehen, die noch nicht durch Feuerschutz-Zwischentüren segmentiert war. Es gab den sogenannten Counter. Ich wusste nicht, was das bedeutete, hörte aber heraus, dass die Anderen schon Festivalerfahrung hatten. Der Counter war für sie sozusagen das Herzstück des Festivals. Es war ein kleiner Tresen, an dem die Eintrittskarten verkauft und die Karten für den Publikums-Poll ausgegeben wurden. Was war das schon wieder? Ich kannte auch dieses Wort nicht. Es waren die Stimmzettel zur Ermittlung der Lieblingsfilme, die am Sonntagabend noch einmal gezeigt wurden. Das war der einzige Preis, den man als Filmemacher*in auf den Nordstadt Filmtagen gewinnen konnte.

Über drei, später vier Tage gingen die Filmtage. Oben im Tanzsaal saß man auf Holzbänken oder auf dem Boden, hörte das Rattern der Projektoren und war gespannt, was man alles zu sehen bekäme. Die Stirnwand war als Leinwand vorher noch einmal weiß getüncht worden. Die Programmblöcke wurden im Wechsel anmoderiert und für den schon erwähnten Publikumsblock am letzten Abend wurde ein Star von außen gesucht. In einem Jahr war dies – allen unvergesslich – Jens Graas-Pfeiffer alias Manfred Krug. Er wurde daraufhin Ehrenmitglied der Film & Video Cooperative.

Nordstadt_Filmtage_1995?_Jens_G.P

Die Erwartungen des Publikums waren dem Gebotenen angemessen. Es verlangte nicht nach Hochglanzproduktionen, sondern sah sich mit Interesse an, was vor Ort und ohne Geld an – meist kurzen – Filmen entstanden war. Das war alles sehr unterschiedlich und ergab zusammen doch ein stimmiges Bild der verschiedenen Tendenzen und Gruppen, die alle irgendwie dazugehörten. Es war die Zeit des Super-8-Formats, der VHS-Bänder und auch der 16mm-Filme, die schon eine professionellere Beschäftigung mit dem Film verrieten. Die meisten davon kamen von außerhalb und waren in den Programmblöcken „Filme aus anderen Metropolen“ zu sehen, und sie gaben tatsächlich noch mehr eine Zielrichtung vor.

Die Nordstadt Filmtage boten zusätzlich Programme zur Hannoverschen Filmgeschichte, Programme zum Experimentalfilm und hochkarätige Expanded-Cinema-Auftritte. Unter den auswärtigen Gästen fand sich regelmäßig der Filmjournalist Bodo Schönfelder aus Göttingen. Er hielt die Nordstadt Filmtage für interessanter als manches der etablierten Festivals.

Die ‚Bürgerschule’, legale Insel auf dem schon freigekämpften Sprengelgelände, war der ideale Ort für das Festival. Eine öffentliche Förderung war allerdings vonnöten. Sie kam vom MWK (Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur) und deckte Programmdruck, Geräteausleihen, Raummieten, Filmversand, Porto- und Telefonkosten. Außerdem gab es eine ABM-Stelle – die sich teilweise zwei Leute teilten.

Als solche geförderten Stellen vom Arbeitsamt nicht mehr ausgeschrieben wurden und außerdem die Kräfte der Aktiven zunehmend vom Kino im Sprengel gebunden wurden, war Schluss mit den Nordstadt Filmtagen. Ohnehin wären sie als umsatzschwaches Festival bei der Evaluation niedersächsischer Festivals durch die neugegründete Filmfördergesellschaft Nordmedia als nicht förderungswürdig unter den Tisch gefallen.

Eine entscheidende Wirkung des Festivals war, dass in Hannover mehr Filme gedreht wurden. Die Nordstadt Filmtage gaben einen echten Impuls, weil man sich eben darauf verlassen konnte, dass die Filme, die man machte, auch gezeigt wurden. Wo gab es das sonst?

Tatsächlich verlor sich nach 1999 in Hannover so etwas wie eine Filmszene. Einzelne blieben übrig. Das Kino im Sprengel veranstaltete zwar 2003 und 2005 noch zweimal - als schwachen Ersatz für die Nordstadt Filmtage - die sogenannten ‚Heimspieltage’, aber auch diese versiegten.

Peter Hoffmann, 5.2.2018 (überarbeitet 24.4.2020)

Der Text wurde für die Jubiläumsausgabe des "Rundbriefs" des Film & Medienbüros Niedersachsen verfasst, dort aber aus Platzgründen nicht veröffentlicht.

April, April... Storniertes Kinoprogramm

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Liebe verhinderte Kinogängerinnen und Freundinnen des Kino im Sprengel,

die ihr hoffentlich alle gesund seid!

Seit Mitte März mussten unsere Kinoveranstaltungen ausfallen. Das ist zwar schade, aber noch kein kultureller Notstand, so dass wir euch mit online-Ersatz-Angeboten verschonen.

Immerhin wollen wir euch davon in Kenntnis setzen, was für den April an Veranstaltungen vorgesehen war und abgesagt werden musste. Hier also ein Überblick über unser wegen der Osterferien ohnehin reduziertes April-Programm - ohne die Termine, versteht sich.

Nicht alle, aber einige der Veranstaltungen werden wir zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Wann, das ist noch nicht abzusehen. (Für den Film FRAUEN BILDET BANDEN ist es nun leider schon die zweite Verschiebung!)

Dann also... bleibt weiter gesund und kommt bald wieder!

Euer Kinoteam


Geplant waren... für den April 2020:


JENSEITS DES SICHTBAREN - HILMA AF KLINT (Beyond the Visible - Hilma af Klint) von Halina Dyrschka, D/SE/CH/GB 2019, 93 min., O.m.U., digital (Dokumentarfilm)

Ihr erstes abstraktes Bild malte sie 1906, lange vor Kandinsky, Mondrian oder Malewitsch. Eine Frau begründet Anfang des 20. Jahrhunderts die abstrakte Malerei - und niemand nimmt Notiz.


RÜCKENWIND - ZUKUNFT VORAUS von Franziska Wenzel, D 2019, 60 min., digital (Dokumentarfilm)

Kinopremiere in Anwesenheit von Franziska Wenzel und Jugendlichen aus Northeim.

Wie leben junge Roma in Niedersachsen, wie gehen sie mit Diskriminierung um und wie organisieren sie sich?


LIFE OF BRIAN (Das Leben des Brian) von Terry Jones, GB 1979, 94 min., O.m.U., digital mit Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Terry Jones, Eric Idle, Michael Palin (Spielfilm)

Mit "Life of Brian" schufen Monty Python einen Kultstreifen und handelten sich gleichzeitig unsinnige Blasphemievorwürfe ein. Ein Karfreitagsfilm wider das Verbot.


[An der Peripherie]

EICHEL & RANDY von Hannes Fuchs, BRD 1969, 19 min., 16mm

DAVID & ZORRO von Ernst Schmidt jr., Österreich 1968, 29 min., 16mm

PERIPHERIE von Rainer-Götz Otto, BRD 1968, 35 min., 16mm

Drei kürzere Filme aus den Jahren 1968/69, die im Zuge von Recherchen zum sogenannten "Anderen Kino" wieder auftauchten. Kino am widerständigen Rande, im 16mm-Originalformat.


FRAUEN BILDET BANDEN vom FrauenLesbenFilmCollectif LasOtras, D 2019, 77 min., digital (Dokumentarfilm)

Eingeladen waren mehreren Vertreterinnen von LasOtras

Das FrauenLesbenFilmCollectif LasOtras holt die militante Frauengruppe "Rote Zora" zurück ins feministische Bewusstsein und zeigt, wie aktuell die Kämpfe der Frauenbewegung der 1970er- und 1980er-Jahre noch heute sind.


[Elch-Kino zu Gast]

REMINISCENCES OF A JOURNEY TO LITHUANIA (Erinnerungen an eine Reise nach Litauen) von Jonas Mekas, USA 1972, 81 min., OF, 16mm (Tagebuchfilm)

Erstmals seit ihrer Emigration in die USA in den 1940er Jahren besuchen Jonas und Adolfas Mekas ihren Geburtsort und ihre Familie in Litauen - und weitere Orte ihrer Flucht.


YOURS IN SISTERHOOD von Irene Lusztig, USA 2018, 101 min., OmdU, digital (Dokumentarfilm)

Ein Porträt des geschichtlichen Ablaufs des Feminismus. Eine lange Reise und ein brückenbauender Austausch.

Antworten von Gerhard Büttenbender auf Fragen von Peter Hoffmann – eine Mail-Montage ...

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... zum Kasseler Filmkollektiv und zur Filmarbeit auf dem Jugendhof Dörnberg

Der Jugendhof Dörnberg bei Kassel, an dem Gerhard Büttenbender zwischen 1965 und 1972 als „Dozent für kulturelle Bildung“ arbeitete, war für die Entstehung des Kasseler Filmkollektivs und insgesamt für das sogenannte „Andere Kino“ ein wichtiger Ort. Gerhard Büttenbender bildete zusammen mit Adolf Winkelmann sowie Jutta und Gisela Schmidt den Kern des Kasseler Filmkollektivs.

Die Mail-Montage hier als pdf

Kasseler Filmkollektiv

Hintergrund: Zwischen 2015 und 2020 hat Peter Hoffmann - im Zusammenhang mit der Vorbereitung mehrerer Filmreihen und Retrospektiven – mit Gerhard Büttenbender ausgiebig per Mail korrespondiert.

Dies waren die Programme, denen der Mail-Austausch galt:

Hamburger Filmmacher Cooperative (1968-72), Filmreihe des Kino im Sprengel, September bis Dezember 2015 > siehe Programmheft:Hamburger Filmmacher Cooperative

Hamburger Filmmacher Cooperative – Langfilme (1968-71), Filmreihe des Kino im Sprengel, Oktober/November 2016 > siehe Programmheft:Hamburger Filmmacher Cooperative – Langfilme

Abschied vom Kino – Knokke, Hamburg, Oberhausen, Thema der 64. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, Mai 2018 (Katalogseiten 191-224)

Worin unsere Stärke bestand – Werkschau Kasseler Filmkollektiv, Retrospektive beim 36. Kasseler Dokfest, November 2019 (Katalogseiten 56/57, 65, 86, 111, 132-134)

Dank für die Idee und Initiative zur Veröffentlichung des Dokuments – zunächst auf newfilmkritik.de – gilt Volker Pantenburg, sowie Gerhard Büttenbender für seine Zustimmung zur Veröffentlichung.

Vor 100 Jahren - Niederschlagung des Kapp-Putsches

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1920 fand in Deutschland der ultrareaktionäre Kapp-Putsch statt. Der Putsch wurde von Arbeitern in Einheit mit großen Teilen der Bevölkerung niedergeschlagen, ein erfolgreicher Höhepunkt der vereint kämpfenden Arbeiterbewegung in Deutschland. An vielen Orten wurden dafür Arbeiter vom Militär und Freikorps ermordet. Auch in Hannover gab es Todesopfer, deren Gräber sich auf dem Stöckener Friedhof befinden.

Zur Gedenkfeier für die Hannoverschen Widerstandskämpfer, die im März 1920 im Kampf gegen die Reaktion ihr Leben gelassen haben, hatte auch das Kino im Sprengel aufgerufen. Sie war für den 21. März 2020 auf dem Stöckener Friedhof angekündigt, musste aber unter den aktuellen Umständen (Corona-Virus) abgesagt werden.

Text zur Gedenkfeier

Im Vorfeld der Gedenkfeier zeigte das Kino im Sprengel – in Kooperation mit Gewerkschaftsforum und Rote Hilfe e.V. Hannover – zwei Kapitel des Films „Lebensbericht des Bergarbeiters Alphons S.“ von Gabriele Voss und Christoph Hübner von 1978.

Zu der Veranstaltung

Bergarbeiters-Alphons-S

Kinopreis des Kinematheksverbundes 2019

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"Am 25. Oktober 2019 wurden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Filmhaus am Potsdamer Platz zum 20. Mal die Kinopreise des Kinematheksverbundes vergeben. Mit Preisen in vier Kategorien wird die Arbeit von Kommunalen Kinos und filmkulturellen Initiativen ebenso gewü̈rdigt wie ihr Engagement bei der Weiterentwicklung des Kinos als Ort der Vielfalt, als kultureller Treffpunkt und Kulturgut.

Alle ausgezeichneten Kinos stehen für die Diversität im Film. Ihre Programme sind international und präsentieren Werke der gesamten Filmgeschichte. Die Menschen hinter den Kinos sind „Überzeugungstäterinnen“, die die Lust verbindet, neben Klassikern immer wieder auch unbekannte Filmperlen auszugraben. Filmvermittlung wird dabei groß geschrieben: Die Zuschauerinnen erhalten die Möglichkeit, die Filme in breiterem Kontext zu rezipieren – durch Filmgespräche, Filmreihen, Festivals oder performative Events."

Erster Preis in der Kategorie IV: „Kino, das wagt“ für das Kino im Sprengel

"Im Fokus dieses Preises stehen Programme, die neue filmästhetische Perspektiven anbieten. Dies zielt auf die Präsentation filmkünstlerischer Werke abseits des Mainstreams sowie innerhalb der verschiedensten Genres. Gewürdigt werden sollen innovative Ansätze in Programmstruktur und Präsentationsformen. Die Kategorie IV blickt besonders auf neue filmästhetische Perspektiven. Dazu gehört es auch, das Kino als sozialen, weltoffenen und interkulturellen Erfahrungsraum in den jeweiligen Stadtgesellschaften sichtbar zu machen und zu halten. Die hier ausgezeichneten Kinos tun dies auf sehr besondere Weise. Innovative Ansätze in Programmstruktur und Präsentationsform gehen einher mit besonderer Offenheit in der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten lokalen Partner*innen. Vielfach sind kollektive Arbeitsformen anzutreffen. Gelegentlich blickt man aus der Metropole Berlin neidisch auf das, was in diesen lokalen kommunalen Kinos alles stattfindet!

Der erste Preis geht an das Kino im Sprengel, Hannover. Mit seinem russischen Namensschriftzug knüpft das inzwischen dreißig Jahre alte Kino an die gegenöffentliche Tradition an, sich in der Gegenwart politisch zu positionieren und dies auch in der lokalen, kollaborativen Arbeitsweise zu reflektieren. Das Jubiläumsprogramm 2018 bestand aus Wunschfilmen der unterschiedlichsten gesellschaftlichen Initiativen, mit denen „die Sprengels“ vor Ort seit Jahren zusammenarbeiten. „Die Filmkopien tragen die Spuren ihres Einsatzes“ – ein Plädoyer für den Einsatz von Filmkopien. So steht es in dem Programmheft zu den frühen Filmen Peter Nestlers, die größtenteils aus dem filmkundlichen Archiv Schönecker stammen. Dieses Statement bezeichnet somit auch eine geschichtsbewusste Würdigung nichtgewerblicher Kinoarbeit." (Pressemitteilung der Stiftung deutsche Kinemathek, 24.10.2019)

14. Bundeskongress der Kommunalen Kinos

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KINO HEUTE. CINEMA & BEYOND Hannover, 07.‐09. Dezember 2018

Kino im Sprengel & Kino im Künstlerhaus

Auf den Spuren der aktuellen Debatten um die Zukunft des Kinos widmet sich der diesjährige Bundeskongress der Kommunalen Kinos verschiedenen Ausdrucksformen und der Wahrnehmungsgeschichte der – digitalen wie analogen – Projektion von Film und dem Ereignis Kino. Es wird die Frage nach der Einzigartigkeit des Kinos und seiner Rolle im Heute des 21. Jahrhunderts gestellt. Wissenschaftlich, praxisnah und unter Beachtung wirtschaftlicher Aspekte wollen wir uns durch die Diskursgeschichte des Kinos bewegen und seine Veränderungen sowohl historisch beleuchten als auch zeitgenössisch reflektieren. Wir wollen die historischen und theoretischen Debatten um das Medium Kino aufgreifen und Kinobetreiber*innen zusammenbringen, die seine Rolle hinterfragen und (neu) bestimmen – als Institution zwischen wirtschaftlicher und kultureller Bedeutsamkeit; als Ort zwischen dem Archiv der Erinnerungen – Ereignisse – Materialien und der Produktion phantastischer Welten und Lebensentwürfe; als Akteur zwischen Ästhetik und Politik, als Modell zwischen Unbezahlbarkeit und Kommerz. Und wir wollen das Kino feiern! Von seiner sinnlichen Präsenz für die Zukunft lernen und von seinem unbestrittenen Mehrwert einmal mehr profitieren.

In Vorträgen der Expertinnen und Wissenschaftlerinnen werden die historische Entwicklung des Kinos und seine Diskursgeschichte sowie seine veränderte(n) Rolle(n) im Laufe der vergangenen Dekaden näher beleuchtet. In den Panels vermitteln die Filmvorführerinnen, Archivarinnen, Filmrestauratorinnen, Kuratorinnen und Kinoarbeiterinnen Wissen zu verschiedenen Filmformaten, Projektions‐ und Aufführungspraktiken, digitaler und analoger Filmspeicherung. In fachspezifischen „Open Spaces“ und „World Cafés“ (zum Thema Vorführung und Projektion, Kopien‐ und Rechtedisposition, Kuratieren von Filmprogrammen) tauschen sich die Fachbesucherinnen zu konkreten Arbeitsfeldern in ihrem Alltag aus und gewinnen sowohl neue Kontakte als auch neue Einblicke und Erfahrungen.

In den Kongress begleitenden Podiumsdiskussionen diskutieren Vertreterinnen diverser Sparten der Kinobranche mit Film‐ und Medienwissenschaftlerinnen die Eigenarten, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen „Kinogattungen“ und zeichnen gemeinsam das aktuelle Bild der Kinolandschaft in Deutschland.

Die Fachtagung wird durch ein öffentliches Filmprogramm in den beiden Veranstaltungsorten Kino im Künstlerhaus – Kommunales Kino Hannover und Kino im Sprengel begleitet. Neben Filmen zum Thema, die sich der Filmkunst in ihrer Materialität, dem Filmemachen und dem Kino in seinen unterschiedlichsten Facetten und Bedeutungen widmen, werden Filme aus niedersächsischen Archiven und regionaler Produktion sowie weitere filmische Raritäten und Wiederentdeckungen gezeigt.

Programm zum Bundeskongress der Kommunalen Kinos

Plakatversteigerung

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Bei Kaffee und Kuchen werden sowohl handgemachte Unikate als auch Klassiker der Filmplakatkunst versteigert. Als Auktionatoren ist wieder das bewährte Team David von Nordstadt und Anan sowie Imke am Start. Spaß und Spannung sind garantiert. Und wer bislang die herannahenden Feiertage ignorierte, hat nun noch Gelegenheit, sich mit Filmpostern als Geschenkoption für befreundete Filmfreundinnen und -freunde einzudecken.Die Liste der Plakate wird zuvor auf unserer Homepage veröffentlicht. Die Liste der Plakate ist hier einsehbar